Miles Pieles: "Goldener Abschied"

Fechter  Braunschweig

Bei der diesjährigen Landesmeisterschaft der Florettfechter in der Altersklasse Aktive gelang dem Fechter Miles Pieles (Eintracht Hildesheim) ein sensationeller Coup. Er holte Gold und wurde Landesmeister. Der 19-jährige Abiturient plant nächstes Jahr eine längere Auslandsreise und wollte sich mit dem vorerst letzten, großen Turnier in seiner langjährigen Karriere von der Fechtszene verabschieden. Das ist ihm auch mit diesem Paukenschlag eindrucksvoll gelungen. Er ließ sich von den großen Namen auf der Teilnehmerliste nicht einschüchtern und kämpfte sich - mal cool und defensiv, mal angriffslustig - souverän durch die Vor- und K.O.-Runde. Im Viertelfinale hat Pieles den Axel Klages (TC Hameln) mit 15:12 , im Halbfinale den Malte Magerkurth (TC Hameln) mit 15:11 besiegt. Im Finale traf Pieles auf Lennart Reitz (FK Hannover). Beide Fechter kennen sich bereits sehr gut, sie haben schon unzählige Male miteinander gefochten und daher war es schwer den Gegner mit einem Angriff oder Finte zu überraschen. Trotzdem entwickelte sich der Fight zu einem echten Krimi. Es war ein erbitterter Kampf um jeden Zentimmeter der Planche und um jeden Punkt. Als auf der Uhr die letzten Sekunden runterliefen, stand es 10:10. Die Trainer und Zuschauer haben sich schon auf eine Verlängerung eingestellt , doch dann in der buchstäblich letzten Sekunde gelang dem Pieles der elfte Treffer, der ihn zum Landesmeister machte. Nicht nur er selbst, sondern auch Eintracht-Trainer Piotr Jablkowski war völlig aus dem Häuschen. „Waaahnsinn! So was habe ich noch nicht erlebt. Es war ein Kampf auf einem richtig hohen Niveau.“, sagte Jablkowski nach dem Kampf. Auch in dem anschließenden Mannschaftswettbewerb kämpften sich die Hildesheimer auf das Siegertreppchen. Das Team mit Miles Pieles, Enrique Pinto-Dominguez, Christian Lucasov und Marco Stolka unterlag zwar im Halbfinale der Mannschaft aus Braunschweig mit 45:17, konnte sich aber in der Begegnung um den dtitten Platz und die Bronzemedaillen gegen VfL Wolfsburg mit 45:29 durchsetzen.

Adam Stolka